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Der Schuß von der Kanzel Artikel
Der Schuß von der Kanzel ist eine humoristische Novelle von Conrad Ferdinand Meyer, die vom Werk Gottfried Kellers beeinflusst ist.
Entstehungszeit: Sie entstand zwischen Mai und August 1877 und wurde erstmals in dem Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1878 veröffentlicht.
Gliederung: Die Novelle ist in 11 Kapitel gegliedert und hat ihren Höhepunkt in dem 9. Kapitel ("Schuß").
Hauptpersonen:
- Kandidat Pfannenstiel
- General Rudolf Wertmüller
- Rahel Wertmüller
- Pfarrer Wilpert Wertmüller
Nebenpersonen:
- Rosenstock, Pfarrer von Uetikon
- Hassan, Leibmohr des Generals
- Krachhalder, Kirchenältester der Gemeinde
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Pfannenstiel, Kandidat der Theologie, ist ein schwacher und naiver Mensch. Er fühlt sich der »Welt des Zwanges und der Maske« nicht gewachsen. Darum glaubt er auch, auf seine Liebe zu Rahel, der Tochter des Pfarrers von Mythikon, wegen des zu großen Standesunterschieds verzichten zu müssen.
Er sucht General Wertmüller auf, einen Vetter des Pfarrers, um eine Stelle als Militärkaplan in seiner venezianischen Kompanie von ihm zu erbitten. Der General lehnt diese Bitte ab, da er Pfannenstiel als zu schwach ansieht. In dem weiteren Verlauf des Gesprächs erfährt der General, dass Pfannenstiel seine Großcousine Rahel liebt. Der General, der in Mythikon aufgrund der Tatsache, dass er ungläubig ist und ausländische Sklaven anstellt, ca. mit Unbehagen aufgenommen wurde, heckt einen Plan aus, um die beiden Liebenden zu vereinen. Zudem ist es ein langersehnter Wunsch des Generals, sich auf Kosten der Kirche lustig zu machen.
Nachdem Pfannenstiel in dem Hause des Generals am nächsten Morgen aufwacht, ist dieser bereits, mit zwei Waffen bestückt, in die Kirche seines Vetters gegangen. Dort schenkt er seinem Vetter eine der beiden Pistolen. Diese hat allerdings einen sehr schwergängigen Abzug. Der Vetter nimmt dankend an, doch in einem günstigen Augenblick, kurz vor Beginn der Predigt, vertauscht der General die schwergängige Waffe gegen die zweite, die mit einem leichteren Abzug versehen ist. Der Pfarrer steckt sich die Pistole unter seinen Talar und beginnt die Predigt. Bei der letzten Strophe des Lieblingsliedes der Mythikoner („Lobet Gott mit großem Schalle!“), als der General seinen Plan schon gescheitert sieht, zieht der Pfarrer die Waffe und gibt aus Versehen einen Schuss ab.
Der General besänftigt die aufgebrachte Mythikoner Gemeinde, indem er sie in sein Testament aufnimmt. Dem Mythikoner Pfarrer vererbt er ein Schloss, wo er leben kann und sich um die Jagd kümmern kann. Dieser muss aber sein Amt niederlegen und den beiden Liebenden ihren Segen gaben. Die Gemeinde Mythikon erhält das begehrte Land unter der Bedingung, niemandem die Geschichte vom Schuss von der Kanzel zu erzählen.
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